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Häufig gestellte Fragen:

Wann benötige ich eine „Befähigte Person“?

Das Unternehmen hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen, ob ein Risiko dadurch entstehen kann, dass ein Arbeitsmittel unzureichend kontrolliert wird. Dies trifft z. B. bei Verscheißteilen zu, bei denen sich die technischen Eigenschaften durch die Abnutzung ändern können. Entsteht dadurch ein neues Risiko für Arbeitnehmer oder für Sachen, muss eine entsprechende Prüfung vorgesehen werden, die diesen Mangel rechtzeitig erkennen lässt. Die Prüffrist muss festgelegt und das geeignete Personal, d. h. die „Befähigte Person“, ausgewählt werden.
Bei den Überwachungsbedürftigen Anlagen hat diese Entscheidung zum Teil bereits der Gesetzgeber getroffen. In der Betriebssicherheitsverordnung wird klar geregelt:
- ab wann in diesem Fall eine Prüfung durch eine „Befähigte Person“ erforderlich ist,
- wie groß der maximale Prüfabstand ist und
- ab wann das Risiko so groß ist, dass es nicht mehr reicht, wenn eine einzelne Person diese Prüfung durchführt. Die Prüfung muss dann durch eine „Zugelassene Überwachungsstelle“ (ZÜS) durchgeführt werden.

Wer wählt die „Befähigte Person“ aus?

Für die richtige Auswahl der Personen, die mit Prüfungen von Arbeitsmitteln beauftragt werden, ist der Arbeitgeber bzw. die von ihm dazu beauftragte Person verantwortlich. Allerdings muss er sich mit dem Thema beschäftigen, denn wer auswählen darf, kann auch falsche Entscheidungen treffen. Um den Arbeitgeber dabei mit Handlungshilfen zu unterstützen, wurde nun die VDI-Richlinien 4068 entwickelt, die ein konkretes Vorgehen vorschlägt. Wichtig ist aber auch, die Entwicklung des technischen Regelwerks zur Betriebssicherheitsverordnung (insbesondere die TRBS 1203, siehe Arbeitshilfen) im Auge zu behalten. Unterstützung bei der Auswahl bekommt der Arbeitgeber natürlich auch von der Fachkraft für Arbeitssicherheit im Betrieb.

Wie qualifiziere ich die „Befähigte Person“?

Auch für die Festlegung der Fähigkeiten der Befähigten Person ist der Arbeitgeber verantwortlich. Leitgedanke ist: „der richtige Mann am richtigen Ort“. Das Seminarangebot zu einzelnen Prüftätigkeiten ist allerdings breit gestreut. Hier will genau die „Qualitätsoffensive Befähigte Person“ helfen, die richtigen Fragen bei der Auswahl zu stellen und eine Orientierungshilfe zu geben. Zum Teil kann es erforderlich sein, dass die Fortbildungsmaßnahme mit einer Erfolgskontrolle abschließt. So kann nachgewiesen werden, dass das erlernte Wissen auch verstanden wurde. Letzteres ist besonders bei Arbeitsmitteln wichtig, die komplex sind und/oder die ein hohes Risiko für Personen darstellen können.

Was gibt es außerdem zu beachten?

Wichtig sind bei der Prüfung auch die Rahmenbedingungen. Der Prüfer benötigt z. B. das geeignete Messgerät, mit dem er auch umgehen können muss. Dies ist bei betriebsinternem Personal durchaus ein leicht zu übersehender Kostenfaktor. Das Prüfgerät muss ggf. regelmäßig kalibriert werden. Die Qualifizierung der Befähigten Person soll diese auch soweit ausbilden, dass sie die geeigneten Mess- und Prüfgeräte fachlich beurteilen kann.
Auch muss der Prüfer zeitnah mit ähnlichen Prüftätigkeiten betraut sein und nicht nur „alle drei Jahre einmal“. Dies ist aber auch von der Art der Prüfung abhängig.
Die Befähigung wird sich auch immer nur auf bestimmte Arbeitsmittel beschränken. Niemand wird in der Lage sein, alle Prüffelder zu beherrschen. Vom apparativen Aufwand ganz zu schweigen.
 

Sind andere Prüfungen damit ganz überflüssig geworden?

Ja und nein. Die Betriebssicherheitsverordnung hat eine Neuregelung der Arbeitsmittel und der Überwachungsbedürftigen Anlagen vorgenommen. Die Vorschriften, die in diesem Zuge zurückgezogen werden mussten, wurden also ersetzt. Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer Rechtsvorschriften, die Prüfungen vorsehen und entsprechende Personen mit unterschiedlichen Bezeichnungen benennen. Ein Beispiel sind die Sicherheitsprüfverordnungen der Bundesländer, die sich auf die Prüfung der betrieblichen (baulichen) Sicherheitseinrichtungen, z.B. Blitzschutz, beziehen.

Wenn ein Mitarbeiter schon bisher Prüfungen erfolgreich durchgeführt hat, muss er nun neu qualifiziert werden?

Das kommt darauf an, ob seine Qualifikation zeitlich begrenzt wurde. Falls ja, muss ggf. mit Ablauf der Frist ein neuer Kurs besucht werden. Ohne diese zeitliche Begrenzung spricht erst einmal nichts gegen die Fortsetzung der Tätigkeit. Qualifikation und berufliche Erfahrung sowie zeitnahe Prüftätigkeit können ja nachgewiesen werden. Allerdings macht die technische Weiterentwicklung unter Umständen den regelmäßigen Besuch von Fortbildungen und Erfahrungsaustausch erforderlich. Dazu muss ihm der Arbeitgeber die Möglichkeit geben.

 

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© Dr. Arno Weber, 2012